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Oder habe ich etwa Gefallen am Tod des Gottlosen, spricht Gott, der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinen Wegen bekehrt und lebt?
Hesekiel 18:23
Sagt ihr nicht: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht die Felder an; sie sind schon weiss zur Ernte.
Johannes 4:3
Der Herr zögert nicht die Verheissung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Busse habe.
2. Petrus 3:9
Siehe, es kommen Tage, spricht Gott, der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden; nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des Herrn zu hören.
Amos 8:11
Erzählt unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!
Psalm 96:3
Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum.
Psalm 2:8

Die Bibel auslegen

Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit ewig.
Psalm 119,160
Unklare Bibelstellen sollen immer im Licht klarer Bibelstellen ausgelegt werden. Die Bibel widerspricht sich nicht.

Wichtigste Regeln für die Auslegung der Bibel

Speziell das Alte Testament ist nicht einfach zu verstehen! Da gilt die erste Regel: Immer Christus im Fokus behalten und auf Ihn hin deuten.

Im AT finden wir auch viele Bibelstellen, die direkt von Christus sprechen , z. B. Jesaja 54.

Wenn wir einen Bibelabschnitt nicht direkt auf Christus hin, deuten können, geht es meistens um den Heilsplan Gottes für die Menschheit, der wie ein roter Faden durch die ganze Bibel geht. Dabei wird uns Christen, das Wirken Gottes mit dem Volk Israel, wie ein Spiegel vorgehalten.

Dann finden wir tausende von Prophetien im AT wie auch im NT, die teilweise bereits erfüllt sind und uns als Beweis dienen.

Evangelien

Wenn der Text klar zu dir spricht und ihn auch ein Kind verstehen kann, suche nicht nach anderem Sinn. Nimm die Wörter in seiner ursprünglichen Bedeutung, wenn aus dem unmittelbaren Zusammenhang kein anderer Schluss gefasst werden kann.

Evangelien

Die Bibel spricht nicht immer von der Gemeinde Jesu, aber immer zu uns. Das, über die ganze Bibel hinweg. Es ist wichtig, die Zeitalter im Auge zu behalten (die Heilszeitenlehre oder der Dispensationalismus). Bestimmte Bibelstellen oder Abschnitte, sind an Israel gerichtet, andere an die Gemeinde.

Evangelien

Immer den Kontext beachten! Ein Wort steht im Zusammenhang mit einem Satz. Ein Satz steht im Zusammenhang mit einem Kapitel. Kapitel stehen im Zusammenhang mit einem Buch der Bibel. Das im alten wie im neuen Testament.

Wortstreiterei vermeiden

Wenn Menschen uns mit Bibelstellen belagern, können wir schnell überfordert werden. Es gibt eine Stelle in der Bibel, die besagt, dass wir uns nicht auf Streitgespräche über Bibelstellen einlassen sollen.

Solches erinnere sie und bezeuge vor dem HERRN, dass sie nicht um Worte zanken, welches nichts nütze ist denn zu verkehren, die da zuhören.
2. Tim. 2,14

Wie legen andere die Bibel aus?

Evangelien

Der Ire William Kelly (1821–1906) war ein bekannter und befähigter Bibelausleger. Er verkündigte intensiv das Wort Gottes und schrieb zahlreiche Auslegungen, die bis heute in verschiedenen Sprachen erhältlich sind. Christen auf der ganzen Welt haben seine klaren und tiefgründigen Erklärungen schätzen gelernt und viel von diesem begabten Bruder profitiert. Werfen wir einen Blick hinein in dieses gesegnete Leben!

William Kelly wurde im Mai 1821 in Ballyfrenis, einem kleinen Ort in Nordirland, geboren. Er hatte eine ältere Schwester, die Sarah hiess. Sein Vater starb bereits im Alter von 25 Jahren, als William gerade mal zwei Jahre alt war. William ging in Downpatrick, einer kleiner Stadt in der Nähe von Dublin, zur Schule und begann mit 15 Jahren am Trinity College in Dublin zu studieren. Dort erwarb der begabte junge Mann hervorragende Kenntnisse in Griechisch, Lateinisch und Hebräisch. Sein Ziel war es, Geistlicher in der anglikanischen Kirche zu werden. Als er 1841 mit der höchsten Auszeichnung die Abschlussprüfung bestanden hatte, war er jedoch noch zu jung, um ordiniert werden zu können. Er nahm darum eine Anstellung als Privatlehrer auf der kleinen Kanalinsel Sark an.

Evangelien

Kelly wusste zu dieser Zeit schon einiges über die Bibel, kannte aber den Herrn Jesus noch nicht als seinen persönlichen Herrn und Retter. Eines Tages wurde er von der Beschreibung des Gerichts vor dem weissen Thron (Offenbarung 20:12) derart beeindruckt, dass er sich bekehrte. Zur Heilsgewissheit kam er jedoch erst, nachdem ihn eine gläubige Frau auf das Zeugnis Gottes in 1. Johannes 5:9–10 hingewiesen und er darin Ruhe gefunden hatte. Einige Monate später wurde ihm klar, dass viele Lehren und Praktiken der Kirche nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmen. Er verliess darum die anglikanische Kirche und versammelte sich mit ein paar Geschwistern allein zum Namen des Herrn Jesus (Mt 18:20). In dieser Zeit studierte er die Schriften von John Nelson Darby, durch die viel Licht über die Versammlung Gottes und andere Wahrheiten der Bibel bekam.

Guernsey

1842 siedelte Kelly nach Guernsey um. Auf dieser zweitgrössten britischen Kanalinsel fand er ein weiteres Feld des Dienstes als auf Sark. Bald erkannte er im Glauben, dass er seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten ganz der Sache seines grossen Meisters weihen und auf einen irdischen Beruf verzichten sollte. Auf Guernsey lernte er Elizabeth Montgomrey kennen und verliebte sich in sie. Am 21. Februar 1848 heirateten die beiden. Aus dieser Verbindung gingen zwei Töchter hervor: Frances Elizabeth (*15.11.1848) und Mary (*5.11.1849). Kurz nach der Geburt der zweiten Tochter starb jedoch die junge Ehefrau und William Kelly war im Alter von 29 Jahren Witwer. Einige Jahre später lernte er wieder eine Elizabeth kennen: Elizabeth Emily Gipps. Anfang 1857 heiratete er diese begabte Frau, die ihm vier Töchter (Charlotte, Emma, Fanny, Helen) und einen Sohn schenkte (George Pemberton).

Blackheath

Im Jahr 1871 zog Kelly nach Blackheath um, das zu London gehört. Dort lebte er mit seiner Frau und seinen sieben Kindern. Ausserdem hatte er zwei Neffen aus Amerika aufgenommen. Wie es damals üblich war, arbeiteten Mägde in seinem Haus: eine kümmerte sich um die Kinder, eine um die Hausarbeit und eine andere – nur kein Neid! – um das Essen. Er erlebte glückliche Tage inmitten seiner Familie. Seine Frau Elizabeth war jedoch nicht sehr robust und sie wurde schon in ihrem 53. Lebensjahr, am 04.02.1884, abgerufen in die himmlische Heimat. Kurz darauf zog Kelly in ein neues Domizil, nicht weit von seinem bisherigen Wohnsitz entfernt. Bei diesem Umzug mussten zweifellos viele Bücherkisten geschleppt werden. Denn Kelly besass eine sehr umfangreiche Bibliothek, die mehrere tausend Bücher umfasste. Er war ausserordentlich belesen – und das machte sich in seinem Dienst für den Herrn deutlich bemerkbar.

Sein Dienst

William Kelly war ein begabter Redner, der sich kraftvoll, klar und mit grosser Leichtigkeit auszudrücken vermochte. Er predigte viel, um Gläubige tiefer in die Gedanken Gottes einzuführen, verkündigte aber auch immer wieder die gute Botschaft den Ungläubigen. Um das Wort Gottes zu verkündigen, reiste er häufig in Grossbritannien. Im Jahr 1866 begann er mit einer bemerkenswerten Vortragsserie in London. Vom 31. Mai bis zum 20. Juni predigte er elfmal und nahm dabei alle vier Evangelien durch. Diese „Lectures Introductorys“ (Einführende Vorträge) machten einen tiefen Eindruck auf die Zuhörer. In den folgenden Jahren wurden weitere einführende Vorträge zu biblischen Büchern gehalten sowie biblische Themen fortlaufend behandelt. Viele Bücher, die aus diesen Vorträgen hervorgingen, sind auch heute noch erhältlich. In seiner Heimatstadt Blackheath hielt er jahrelang wöchentlich einen Vortrag, den seine Frau mitstenografierte. Beide arbeiteten oft bis zum Morgengrauen, um das Geschriebene druckfertig zu machen.

... sein Dienst

William Kelly war ein sehr fleissiger Mann, der gerade durch seine schriftliche Arbeit Tausende erreichte. In den Jahren 1849 und 1850 war er Herausgeber der Zeitschrift „The Prospect“ (Der Ausblick). Im Jahr 1857 übernahm er für viele Jahre die Herausgabe der wertvollen Monatsschrift „The Bible Treasury“. Er schrieb zahlreiche Bücher und Broschüren, in denen er das Wort Gottes sorgfältig erklärte. Gerade seine Auslegungen über die Bücher des Neuen Testaments sind lesenswert und auch sehr gut zum Nachschlagen geeignet, wenn man zu einzelnen Abschnitten oder Versen eine kompetente Erläuterung sucht.

Kelly machte sich auch dadurch dem Volk Gottes nützlich, dass er die Schriften von John Nelson Darby gesammelt und in 34 Bänden herausgegeben hat („The Collected Writings of J.N. Darby“). Er übersetzte auch die „Synopsis“ von Darby aus dem Französischen. Er schätzte Darby sehr und pflegte jedem, der sich für Gottes Wort interessierte, zu sagen: „Lies Darby!“ Kelly übersetzte ferner einen grossen Teil der Bibel, gab seine Übersetzungen jedoch niemals als ein Ganzes heraus, aus Respekt, wie man sagt, vor der Übersetzung von Darby. Kelly war ausserdem an der Herausgabe eines Liederbuches massgeblich beteiligt.

Er führte eine umfangreiche Korrespondenz und diente darin im Verborgenen seinem Herrn. Es ist sehr bemerkenswert, wie viel Unterweisungen er auf einer Postkarte mit seiner winzigen Handschrift unterbringen konnte!

Die letzten Tage

Im Jahr 1905 machte sich die Schwachheit des Alters immer mehr und sehr deutlich bemerkbar. Bei einem Vortrag konnte sich Kelly nicht mehr auf den Beinen halten und er wäre zu Boden gestürzt, wenn ihn Brüder nicht aufgefangen hätten. Er arbeitete so viel, wie es ihm seine Kräfte irgend noch erlaubten.

Als er die Zusammenkünfte nicht mehr besuchen konnte, rief er die Gläubigen zu sich, um in seinem Haus das Buch Daniel zu betrachten. Alle waren davon beeindruckt, wie klar er die Lehre der Schrift vorstellen konnte. Ihm verlangte aber sehr danach, in den Zusammenkünften der Heiligen zu sein und dort auch das Wort Gottes zu predigen. Am 25.02.1906 hielt er schliesslich seine letzte Ansprache, Thema war Johannes 1:1–14. Einige Tage später, am 27.03.1906, entschlief William Kelly in seinem Herrn. Ein Leben der kompromisslosen Hingabe und des freudigen Dienstes war zu Ende gegangen. Wie viel Frucht seine beständige, treue Arbeit gebracht hat, das wird die Ewigkeit zeigen.

„Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und, den Ausgang ihres Wandels anschauend, ahmt ihren Glauben nach“ (Heb 13:7).

Artikel aus Bibelstudium.de (Gerrid Setzer)